28.11. 2009 19:00 Uhr (Samstag) ERÖFFNUNG:
Begrüßung durch Christiane Mennicke-Schwarz, Künstlerische Leiterin Kunsthaus Dresden
Grußworte von Dr. Ralf Lunau, Kulturbürgermeister der Stadt Dresden
und Barbara Honrath, Goethe Institut München
Einführungen in die Ausstellung von Christoph Blase, Kurator der Ausstellung
und Claus Löser, Filmwissenschaftler und Experte für Schmalfim und Video in der DDR
10.12. 2009 19:00 Uhr (Donnerstag) GESPRÄCH - Formen der Erinnerung - Montage:
In ihren videografischen Arbeiten untersuchen Lutz Dammbeck, Dany Gal und Angela Melitopoulos das Videobild im Hinblick auf sein mnemonisches Potenzial und seine Fähigkeit, Geschichte und Erinnerung abzubilden. Während Lutz Dammbeck historische Gesellschaftsstrukturen im Hinblick auf ihre Aktualitäten in der Gegenwart unter anderem am Beispiel der deutschen Vergangenheit untersucht, gilt Angela Melitopoulos` Interesse innereuropäischen Migrationsbewegungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute. Dani Galls Videoarbeiten spiegeln bezogen auf Ereignisse der Zeitgeschichte ein Interesse am archivarischen, performativen und auditiven Prozess des Erzählens und der Representation dieser Ereignisse in den Medien. Im Gespräch diskutieren sie anhand ihrer eigenen Arbeit wie auch historischer Beispiele künstlerischer Montage die technischen und ästhetischen Möglichkeiten des Mediums, eine politische Auseinandersetzung mit Zeitgeschichte zu leisten.
Lutz Dammbeck, Künstler der Ausstellung und Prof. für Medienkunst, HfBK Dresden, Angela Melitopolous, Medienkünstlerin, seit 1986 Autorin experimenteller Videoessays und Installationen, darunter Passing Drama, 1999, Timescapes, 2004, ein multinationales Recherche- und Montageprojekt zusammen mit u.a. Hito Steyerl und VI.DEA (Medienkollektiv Ankara) und Dani Gal, 1975 in Jerusalem geboren, studierte in New York (Cooper Union) und Frankfurt/M. (Städelschule) und lebt in Berlin.
11.1. 2010 16:00 Uhr (Montag) Einladung zum Richtfest! - WHITE CUBE / BLACK BOX Kunst im Container - Gegenwartskunst in die Schule:
Am Montag, den 11. Januar 2010 ab 16 Uhr wollen wir gemeinsam mit allen Teilnehmer_innen, Eltern, Freunden, Lehrer_innen und allen, die das Projekt betreuen und unterstützend zu seinem Gelingen beitragen, ein Richtfest feiern.
Dies wird dem Anlass entsprechend zünftig gefeiert. Es wird heiße Getränke und für den kleinen Hunger einen warmen Grill geben. Warme wetterfeste Kleidung ist zu empfehlen.
Es sprechen:
Christiane Mennicke-Schwarz, Künstlerische Leitung, Kunsthaus Dresden
Michael Riewaldt, Fagsi GmbH (Vermietung und Aufstellung der Projektcontainer)
Manfred Wiemer, Leiter Kulturamt Dresden
Kristin Rißmann, teilnehmende Schülerin, Marie-Curie-Gymnasium, 9. Klasse
Ort: Marie-Curie-Gymnasium (Außenstelle), Terrassenufer 15, 01069 Dresden. Das Richtfest findet auf dem rückseitigen Schulhof statt. Zugang auch über die Ziegelstraße.
WHITE CUBE/ BLACK BOX ist ein Projekt von jugendlichen Kulturproduzent_innen.
Mit Expertenteams aus Architektur, Gestaltung und Kunst bauen Jugendliche aus drei Dresdner Schulen gemeinsam einen "White Cube", einen Ausstellungsaum für Gegenwartskunst. Basierend auf Containermodulen wandert der weiße Würfel mit wechselnden Ausstellungen von Schule zu Schule.
Durch WHITE CUBE/ BLACK BOX wird ein Teil der Schule zum öffentlichen Ort für Kultur und zum Kristallisationspunkt für Wünsche und Ideen, die auch außerhalb der Schule Geltung haben. Anfang März eröffnet die erste gemeinsame Ausstellung auf dem Gelände des Marie-Curie-Gymnasiums zum Thema LUXUS: Was verstehen wir unter Luxus? Brauchen wir persönlich und braucht unsere Gesellschaft Luxus, oder ist Luxus anachronistisch? Ist LUXUS bezahlbar?
Expertenteam LUXUS
Kunst: Antje Schiffers (Berlin), Christian Sievers (Berlin) und Cosima Tribukeit (Dresden); Architektur: Roland Züger, studio tz, Dresden; Gestaltung: Jakob Kirch und Pascal Storz, Leipzig
Projektleitung: Katja Albers-Stintz
Ein Projekt des Kunsthaus Dresden in Kooperation mit dem Marie-Curie-Gymnasium, der 30. Mittelschule und dem Vitzthum-Gymnasium, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus und den Europäischen Sozialfonds im Rahmen des Ideenwettbewerbs "Heraus-Forderung! Ganzheitliches Lernen im Projekt!"
Mit freundlicher Unterstützung der Firma FAGSI Vertriebs- und Vermietungs GmbH
21.1. 2010 19:00 Uhr (Donnerstag) GESPRÄCH - "Video als Waffe" – Historische und Aktuelle Positionen und Projekte zur Gegenöffentlichk:
Im Gespräch diskutieren die in der Ausstellung vertretenen Künstler Stefan Dillemuth, Hans Christian Dany (UTV) und Herbert Schumacher (TELEWISSEN ) mit Ingo Günther und Norbert Meissner( KANAL X) eigene historische Ansätze, Gegenöffentlichkeiten zu schaffen und mit Hilfe künstlerischer wie auch medienaktivistischer Strategien das kommerzielle Fernsehen zu unterlaufen.
In den 1970er Jahren entstanden in Deutschland auf der Grundlage kritischer Medientheorien ebenfalls die ersten unabhängigen Videogruppen und Medienwerkstätten, die Video als aktives politisches Bürgermedium zum Einsatz brachten. TELEWISSEN, eine 1969 in Darmstadt von Künstler_innen und Medienaktivist_innen gegründete Gruppe verwendete Video als künstlerisch-mediale Intervention im bundesrepublikanischen Alltag. Die Künstler Ingo Günther und Norbert Meissner entwickelten Anfang der neunziger Jahre KANAL X das Konzept eines autonomen Fernsehsenders für die Bürgerbewegung des "Neuen Forums". Kurze Zeit später sahen Stefan Dillemuth und Hans Christian Dany das Prinzip des Offenen Kanals als gescheitert an und gründeten 1995 "unsere Television", kurz UTV, ein alternatives Low-Budget-TV-Vertriebssystem nach der Vorlage von Anzeigenblättern.
28.1. 2010 19:00 Uhr (Donnerstag) VIDEOVORFÜHRUNG UND DISKUSSION - Die Gruppenaktion »Nach Beuys! (Kunst wofür?)« 1988 in Leipzig:
mit Else Gabriel, Jörg Herold, Olaf Nicolai und Claus Löser.
Im Frühjahr 1988 eröffnete an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst eine vorher bereits in Ost-Berlin gezeigte Ausstellung zum Frühwerk von Joseph Beuys. Die Exposition war Teil des deutsch-deutschen Kulturabkommens und stellte in mehrfacher Hinsicht ein Paradox dar. Dem 1986 verstorbenen Künstler war zu Lebzeiten mehrfach die Einreise in die DDR untersagt worden, die Vernissage in Berlin wurde ausgerechnet von Johannes Rau zelebriert, der 1972 die Entlassung des Künstlers von der Kunstakademie Düsseldorf verfügt hatte. Als Ministerpräsident von NRW gab er sich nun, von hohen SED-Funktionären sekundiert, die zweifelhafte Ehre, Beuys posthum in den kulturpolitischen Kanon der DDR einzufügen. Bei Künstlern, die sich einer unabhängigen Kulturszene zugehörig fühlten, war die Empörung über diesen Akt groß. Dass ausgerechnet Joseph Beuys, dessen Werk für systemübergreifende Verweigerung und individuelle Verantwortung stand, vom Zwangssystem DDR vereinnahmt werden sollte, wollte man in Leipzig nicht stillschweigend hinnehmen. Gerd Harry Lybke initiierte mit Freunden aus dem Umfeld seiner Privatgalerie EIGEN+ART die Gruppenaktion »Nach Beuys!«, mit der der verehrte Meister in einen aktuell-produktiven Prozess heimgeholt werden sollte.
Jörg Herolds damals entstandene, gleichnamige Videoinstallation ist für die Ausstellung »40 Jahre Videokunst - Teil 2« rekonstruiert worden und wird zu Beginn der Veranstaltung gezeigt. Im Anschluss diskutieren die damals ebenfalls beteiligten Künstler_innen Else Gabriel, Jörg Herold, Olaf Nicolai mit dem Filmhistoriker Claus Löser das Ereignis im Kontext seiner historischen Bedeutung.
4.2. 2010 19:00 Uhr (Donnerstag) VORTRAG UND GESPRÄCH - Wege der Videokunst ins Museum:
Prof. Wulf Herzogenrath, Direktor der Kunsthalle Bremen im Gespräch mit Christiane Mennicke-Schwarz, Leiterin des Kunsthaus Dresden und Katja Albers, Assistenz und Kunstvermittlung, Kunsthaus Dresden
Das Gespräch mit Wulf Herzogenrath beleuchtet die Anfänge von Video als künstlerisches Medium und seine Stationen auf dem Weg ins Museum von Von Gerry Schums Fernsehgalerie und Projekt 74 bis zur Documenta 6 mit vielen persönlichen Anekdoten und Bildern. Wulf Herzogenrath konzipierte 1976 als damals jüngster Direktor eines deutschen Kunstvereins am Kölnischen Kunstverein die erste Retrospektive des Videopioniers Nam June Paik. Im Folgejahr war er als Kurator des Bereiches Videokunst der Documenta 6 maßgeblich für die frühe Institutionalisierung und Anerkennung des Mediums als eigene Kunstform verantwortlich. Als Kunsthistoriker gehört Herzogenrath zu den Wegbereitern des Mediums und hat für das Medium als Kurator wie auch als Herausgeber zahlreicher Publikationen wissenschaftliche Fundamente gelegt. 2006 war er Mitinitiator des Projektes 40jahrevideokunst.de, dessen Ziel eine umfassende Digitalisierung und Vermittlung bedeutender Positionen deutscher Videokunst war.
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