Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,
angesichts der Aktualität von Fragestellungen zu Verfahrensstrukturen bei der Realisierung von Kunst im öffentlichen Raum/ Kunst am Bau möchten wir Sie auf eine Veranstaltung zum Thema "Wieviel Demokratie verträgt die Kunst?" in den Räumen der Hochschule für Bildende Künste Dresden am 13.11.2009 aufmerksam machen.
Zum Thema eingeladen sind zwei Experten mit langjähriger Erfahrung aus München und Berlin, um in Vorträgen und Diskussion über historische Perspektiven, spezifische Handlungsweisen wie auch aktuelle Fragen der Thematik in Dresden zu sprechen.
Über eine Teilnahme würden wir uns freuen.
Freitag, den 13.11.2009 um 17 Uhr
im Aktsaal der HFBK Dresden, Brühlsche Terrasse 1
>> WIEVIEL DEMOKRATIE VERTRÄGT DIE KUNST? <<
Ein Abend-Symposium mit zwei Vorträgen und anschließender Podiumsdiskusion
Vortrag Dr. Heinz Schütz (freier Kurator und Kunsthistoriker/München):
> Kunst in der Demokratie - wie geht das? <
Vortrag Hubertus Butin (Kunstkritiker, Berlin): Beziehungsstörungen:
> Kunst im öffentlichen Raum von Richard Serras "Tilted Arc" bis Franka Hörnschemeyers Dresdner "Trichter" <
Podium: Dr. Heinz Schütz (freier Kurator und Kunsthistoriker, München), Hubertus Butin (Kunstkritiker, Berlin), Silke Wagler (Kunstfonds des Freistaates Sachsen, Fachberatung und Jurytätigkeit für das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Dresden), Moderation: Jozef Legrand (Künstler, reality maker, Berlin Brüssel)
Kunst im öffentlichen Raum interpretiert gemeinschaftlich genutzte städtische Räume und verändert ihre Bedeutung. Der Wunsch einer längerfristigen künstlerischen Umgestaltung des Stadtraums in Kommunen, aber auch auf regionaler oder nationaler Ebene folgt unterschiedlichen Funktionen. Während Aufträge der Memorialkultur wichtige historische Bezugspunkte der lokalen, regionalen oder nationalen Geschichte im Gedächtnis verankern sollen, rufen sollen, steht bei den meisten ortsbezogenen kommunalen Aufträgen der Wunsch, das kulturelle Erscheinungsbild der Stadt aufzuwerten und zu beleben und der allgemeinen Öffentlichkeit zeitgenössische Kunst auf hohem Niveau zugänglich zu machen im Hintergrund einer Wettbewerbsausschreibung und Auftragsvergabe.
Immer wieder gerät die Kunst im öffentlichen Raum in diesem Prozess zum Prüfstein der Demokratie: Wie lassen sich fachliche Expertise und ästhetische Kompetenz im öffentlichen Raum vermitteln? Wie lassen sich Fragen von fachlichen Gremiumsentscheidungen und der hieraus folgenden künstlerischen Umgestaltung von Stadträumen wie auch deren Eigenheit als Vorraussetzung von Kunst in öffentliche Meinungsbildungsprozesse hinein vermitteln, aber auch von populärer Inanspruchnahme abgrenzen? Welche Vorraussetzungen braucht die Demokratie, um Strukturen für das gewünschte Entstehen von Kunst in öffentlichen Räumen bereitstellen zu können?
Der Kunstkritiker und Kurator Heinz Schütz ist Herausgeber zahlreicher grundlegender Publikationen zur Kunst im öffentlichen Raum, unter anderem des 2001 erschienenen umfangreichen Bandes "Stadt. Kunst" im Auftrag der Landeshauptstadt München. Er war über mehrere Jahre als Mitglied der Kommission für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum in München wie auch zahlreicher weiterer Fachgremien in verschiedenen Bundessländern tätig. Die von ihm kuratierte Ausstellung Performing the City zu künstlerischen Aktionen am Beispiel von elf Großstädten in Amerika, Asien und Europa wird nach Stationen in München und Neapel im Mai 2009 in Paris und 2010 in Sao Paulo zu sehen sein.
Hubertus Butin ist Kunsthistoriker und freier Kunstkritiker in Berlin. Von 1996 bis 1998 arbeitete er als kunsthistorischer Assistent bei Gerhard Richter. Seit 1991 veröffentlichte er zahlreiche Essays und Rezensionen zur Gegenwartskunst. Er ist Herausgeber des 2006 im Auftrag des DuMont Verlag erschienenen "DuMontsBegriffslexikons zur zeitgenössischen Kunst" und Mitherausgeber des 2004 erschienenen Werkverzeichnisses von Gerhard Richter sowie zahlreicher weiterer Kataloge zu wichtigen künstlerischen Positionen der Gegenwartskunst.
Silke Wagler studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Kommunikationswissenschaft an der TU Dresden und der Università degli Studi di Firenze. Ausbildung zur Kulturmanagerin (VWA). Nach Tätigkeiten im Kunsthandel und Mitarbeit an verschiedenen Ausstellungsprojekten seit 2002 beim Kunstfonds des Freistaates Sachsen. Seit 2003 Leiterin der Sammlung, die seit 2004 Teil der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist. Vorträge und Publikationen u. a. zur Sammlung, zur zeitgenössischen Kunst, zur Kunst der DDR sowie zum Umgang mit der Kunst im öffentlichen Raum aus der DDR.
Jozef Legrand studierte Bildende Kunst in Antwerpen, Paris und Berlin. Er war von 1993 bis 1999 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden tätig, während dieser Zeit Teilnahme an der documenta X und anschließend EXPO 2000. Seit 1997 umfangreiche internationale Projekte und Realisierungen im Bereich Kunst im Öffentlichen Raum.
In Zusammenarbeit mit der Klasse Sery an der HfBK Dresden und dem Sächsischen Künstlerbund - Landesverband Bildende Kunst e. V. und dem Kunsthaus Dresden - Städtische Galerie für Gegenwartskunst